Die Zukunft der Pflege beginnt im eigenen Zuhause!

Der Landesverband Nachbarschaftshilfen in Hessen e.V. entwickelt ganzheitliche Entlastungsstrukturen im eigenen Wohnumfeld, die älteren Menschen dort hilft, wo sie leben.

Angesichts des demografischen Wandels und steigender Pflegekosten setzt der Landesverband künftig verstärkt auf eine neue, quartiersnahe Entlastungsstruktur für Seniorinnen und Senioren. Ziel ist es, älteren Menschen ein längeres selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen – und gleichzeitig Angehörige, ambulante Pflegedienste und den kommunalen Haushalt zu entlasten.

Die Zahl hochbetagter Menschen steigt kontinuierlich. Gleichzeitig geraten ambulante Pflegedienste zunehmend an ihre Belastungsgrenzen, während stationäre Pflegeplätze hohe Kosten verursachen, die häufig auch kommunale Sozialhaushalte betreffen. Vor diesem Hintergrund wird nun ein innovatives Unterstützungsmodell im Quartier auf den Weg gebracht.

Niedrigschwellige Hilfe direkt im Wohnumfeld

Kern des Konzepts ist der Aufbau einer kommunalen Koordinationsstelle, die qualifizierte Alltagsbegleiterinnen und Alltagsbegleiter einsetzt. Diese unterstützen Seniorinnen und Senioren im Alltag – etwa durch Besuchsdienste, Begleitung zu Arztterminen, Hilfe bei Einkäufen, digitale Unterstützung oder aktivierende Gespräche. Medizinische Pflegeleistungen bleiben weiterhin Aufgabe der professionellen Pflegedienste.

„Wir wollen eine zusätzliche Entlastungsebene schaffen – zwischen Familie, ambulanter Pflege und stationärer Einrichtung“, erläutert Traugott Arens, Vorstand im Landesverband. „So stärken wir die Selbstständigkeit älterer Menschen und stabilisieren gleichzeitig das gesamte Pflegesystem.“

Stärkung der sorgenden Gemeinschaft

Neben der wirtschaftlichen Entlastung setzt das Konzept bewusst auf gesellschaftlichen Zusammenhalt. Engagierte Bürgerinnen und Bürger, Ruheständler oder Studierende sozialer Fachrichtungen können sich als Alltagsbegleiter qualifizieren und aktiv zur Lebensqualität älterer Menschen beitragen.

Langfristig soll so eine „sorgende Gemeinschaft“ entstehen, in der Nachbarschaft, professionelle Dienste und kommunale Strukturen Hand in Hand arbeiten.

Mit dem neuen Modell positioniert sich der Verband frühzeitig für die Herausforderungen der kommenden Jahre – präventiv, sozial und nachhaltig.

Digitale Lösungen unterstützen das Modell

Gleich in drei Stufen wird das Quartiersprojekt unterstützt: niedrigschwellige Hilfen aus der direkten Nachbarschaft sowie vom Quartiers-Team werden über die App Hub4Help organisiert. Hier können Hilfeleistende und Hilfesuchende schnell und unkompliziert zueinander finden. Die professionelle Organisation und Verwaltung von regelmäßigen Hilfen durch ehrenamtliche Betreuungskräfte leitet die kommunal ansässige Organisation mit Hilfe von HerzZeit. Nach Bedarf kann das häusliche Wohnumfeld zusätzlich durch neueste Sensorik und LISA in eine „betreuende Wohnung“ aufgerüstet werden.

„Mit diesem Gesamtkonzept wird das Quartier zum nachbarschaftlichen autarken Seniorenzentrum und lässt die Menschen länger selbstbestimmt im eigenen Wohnumfeld leben. Wir alle können etwas für unsere Gemeinschaft tun und stärken damit auch die soziale Teilhabe,“ erklärt Arens und wünscht sich, dass viele Kommunen dieses Konzept umsetzen.